Gleichzeitig war die Ausbildung auch eine wichtige Übung für die Kraftfahrer. Denn nur wer sein Fahrzeug kennt, weiß, wo er problemlos hineinfahren kann, wo es eng wird und welche Fähigkeiten das eigene Fahrzeug tatsächlich mitbringt.
Wenn die Karte den Weg vorgibt
Der Großteil der Aufgaben wurde mit klassischem Kartenmaterial gelöst. Vorgegebene Koordinaten mussten bestimmt und anschließend angefahren werden. Dabei zeigte sich schnell, wie entscheidend saubere Kartenarbeit ist. Kleine Ungenauigkeiten wirkten sich direkt auf die Route aus. Das vermeintliche „Fahren nach Zahlen“ entwickelte sich so zu einer anspruchsvollen Orientierungsaufgabe, bei der Überblick und Genauigkeit gefragt waren.
Technik als Ergänzung, nicht als Ersatz
Bei einer Gruppe kam zusätzlich ein GPS-Gerät zum Einsatz. Ziel war es, auch den Umgang mit moderner Technik zu üben und deren Möglichkeiten realistisch einschätzen zu können. Der direkte Vergleich machte deutlich, dass Technik unterstützen kann, grundlegende Kenntnisse in der Kartenarbeit jedoch nicht ersetzt.
Ortskenntnis und Fahrzeuggefühl
Neben Karte und Technik spielte die Ortskenntnis eine zentrale Rolle. Bekannte Straßen, typische Engstellen oder Wendebereiche halfen dabei, Routen sinnvoll zu planen. Gleichzeitig konnten die Kraftfahrer ihre Fahrzeuge unter unterschiedlichen Bedingungen bewegen und einschätzen. Wer regelmäßig fährt, entwickelt ein Gefühl für Abmessungen, Wendekreise und Leistungsgrenzen – genau dieses Wissen ist entscheidend, um im Einsatz sicher und souverän unterwegs zu sein.
Funken gehört dazu
Während der gesamten Fahrt lief der Funkverkehr mit. Verschiedene Aufgaben mussten bearbeitet und deren Ergebnisse an die Führungsstelle gemeldet werden. Klare und verständliche Funkmeldungen waren dabei unerlässlich. Die Ausbildung zeigte, wie eng Kartenarbeit, Technik, Ortskenntnis und Fahrzeugführung miteinander verzahnt sind.
Sammeln, Kolonne, Boxenstopp
Nach den einzelnen Stationen sammelten sich alle Fahrzeuge wieder. Anschließend ging es gemeinsam als geschlossene Kolonne weiter zu einem kurzen Boxenstopp an der Tankstelle. Der geschlossene Verband mehrerer Einsatzfahrzeuge sorgte dabei bei dem ein oder anderen Bürger für erstaunte Blicke.
Warum eine Kolonne nicht getrennt werden darf
Verkehrsrechtlich gilt eine Kolonne als ein einziges Fahrzeug und darf deshalb zusammenbleiben. Hat das erste Fahrzeug eine Ampel noch bei Grün passiert, dürfen die folgenden Fahrzeuge ebenfalls weiterfahren, auch wenn die Ampel inzwischen auf Rot wechselt. Das gilt ebenso an Kreuzungen, Zebrastreifen, im Kreisverkehr oder beim Reißverschlussverfahren. Wichtig ist, dass die Kolonne nicht unterbrochen wird. Sich zwischen einzelne Fahrzeuge zu drängen ist nicht erlaubt und kann gefährliche Situationen verursachen.
Platz machen müssen andere Verkehrsteilnehmer nur dann, wenn Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind. Häufig sind Kolonnen öffentlicher Hilfs- und Rettungsorganisationen gekennzeichnet: Die Fahrzeuge führen meist blaue Flaggen, das letzte Fahrzeug eine grüne Flagge und teilweise zusätzlich gelbes Blinklicht oder eine Warntafel. Polizei-Konvois kommen oft ohne Flaggen aus, sind aber durch ihr einheitliches Erscheinungsbild gut erkennbar.
Die Ausbildung verband Kartenarbeit, Funk, Technik und Fahrzeugpraxis zu einem stimmigen Gesamtbild. Sie zeigte, wie wichtig es ist, sein Fahrzeug zu kennen, sich auch ohne Technik orientieren zu können und im Team klar zu kommunizieren. So entstand eine realitätsnahe Übung, die weit über reines „Fahren nach Zahlen“ hinausging – bis hin zum gemeinsamen Boxenstopp am Ende.