Für die Jahreshauptübung bedeutete dieses Szenario eine außergewöhnlich realistische Herausforderung: dynamisch, komplex und mit einer Intensität, die man selten in Übungen erlebt.
„Wir wollten eine Übung, die uns wirklich fordert. Nur wenn wir an Grenzen kommen, lernen wir dazu“, erklärt Jonas Koch, der die Übung gemeinsam mit Verena Knapp und weiteren Helfern vorbereitet hatte.
Aufbau unter Zeitdruck
Im oberen Sulmtal sollte ein Bereitstellungsraum entstehen – ein logistischer Drehpunkt für 80 bis 100 Einsatzkräfte, mit Meldekopf, Lotsenstelle und entsprechender Infrastruktur. Der Breitenauer See bot dafür viel Platz, aber keinerlei fertige Strukturen. Alles musste in kurzer Zeit neu aufgebaut werden.
„Jede Übung muss sich so anfühlen, als wäre sie echt. Sonst bringt sie uns nichts“, sagt Verena Knapp.
Schon wenig später entstanden Zelte, Wege und Sammelpunkte. Die Lotsenstelle nahm parallel ihre Arbeit auf, registrierte anrückende Kräfte und leitete sie weiter. Es entstand Schritt für Schritt ein Bereich, der zuvor nur eine freie Wiese gewesen war.
Ungeplante Begegnung im Funk
Der Aufbau lief gerade im vollen Tempo, als ein Funkspruch hereinkam:
„DRK Weinsberg, kommen zur Lotsenstelle.“
Die Rückmeldung wurde bestätigt, die Lotsen übernahmen und führten das Fahrzeug routiniert in den Bereitstellungsraum. Trotzdem hoben einige Helfer kurz die Augenbrauen – denn in vielen Übungen bleiben Einspieler üblicherweise rein fiktiv. Dass plötzlich ein reales DRK-Fahrzeug mit eingebunden wurde, verlieh dem Szenario eine zusätzliche Portion Echtheit, die so niemand erwartet hatte. Zugführer Fabian Thunert beschreibt es so: „Solche echten Elemente sind Gold wert. Sie zeigen uns, ob unsere Abläufe wirklich robust sind – nicht nur auf dem Papier.“
Erkenntnisse, die weiterbringen
Im Laufe des Tages entwickelte sich der Bereitstellungsraum zu einer funktionierenden Einheit. Fahrzeuge trafen ein, Einsatzkräfte wurden registriert, Meldungen liefen sauber zusammen. Wege, Abläufe und Kommunikation stabilisierten sich zunehmend. Natürlich gab es Situationen, die holprig verliefen – aber genau das macht eine gute Übung aus.
„Natürlich lief nicht alles rund. Aber dafür üben wir. Jetzt wissen wir, wo wir nachschärfen müssen – und was richtig gut funktioniert hat“, sagt Thunert.
Auch Jonas Koch zieht ein positives Fazit:
„Je realistischer die Übung, desto besser sind wir vorbereitet. Heute haben wir viel gelernt – fachlich und im Miteinander.“
Ein starkes Fazit
Der Tag am Breitenauer See zeigte eindrucksvoll, wie schnell aus einer einfachen Fläche ein belastbarer, funktionierender Bereitstellungsraum entstehen kann – und wie wertvoll das Zusammenspiel mit Partnern wie dem DRK ist.
„Solche Tage zeigen, was in unserem Team steckt. Und sie zeigen, wie wichtig es ist, gemeinsam zu üben“, betont Verena Knapp.
Ein Tag voller Engagement, echter Überraschungsmomente und wichtiger Erkenntnisse – und ein starker Beweis dafür, wie gut die Helfer aufgestellt sind, wenn es darauf ankommt.