Was vor vielen Jahren als erste gemeinsame Übung begann, ist inzwischen zu einer festen Größe im Jahreskalender geworden: die bewährte Zusammenarbeit zwischen dem Technischen Hilfswerk (THW) Ortsverband Weinsberg und der Freiwilligen Feuerwehr Weinsberg, Abteilung Gellmersbach. Auch in diesem Jahr trafen sich die beiden Organisationen zur jährlichen Ausbildung auf dem Gelände des THW in der Abtsäckerstraße – mit dem Ziel, voneinander zu lernen, Abläufe abzustimmen und die gemeinsame Einsatzbereitschaft zu stärken.
Zusammenarbeit, die trägt – im Einsatz und in der Ausbildung
Gemeinsame Ausbildungen wie diese zeigen eindrucksvoll, wie wichtig die Zusammenarbeit von Feuerwehr und THW im Einsatzfall ist. Denn wenn’s drauf ankommt, müssen Handgriffe sitzen und das Zusammenspiel reibungslos funktionieren – egal ob bei einem Verkehrsunfall, einem Gebäudeschaden oder bei Extremwetterereignissen. Der persönliche Kontakt, das gegenseitige Verständnis und das Wissen um die jeweiligen Möglichkeiten und Grenzen der anderen Organisation sind dabei entscheidend.
„Wir freuen uns jedes Jahr auf diese gemeinsame Ausbildung“, so Jonas Koch, Zugführer des THW Weinsberg. „Die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr bringen wertvolles Know-how mit. Gleichzeitig lernen sie unsere Technik und Methoden kennen – so ergänzen wir uns perfekt.“
Strebstützbock und Schwelljoch: Stabilisieren mit System
Im Mittelpunkt der Ausbildung stand das Thema Abstützen und Aussteifen von Einsturzgefärdeten Gebäuden und Angeschlagenen Bauwerksteilen. Der Strebstützbock und das Schwelljoch sind Abstützkonstruktionen die regelmäßig in Einsätzen Anwendung finden. Beide Systeme dienen dazu, beschädigte oder einsturzgefährdete Bauwerke schnell und sicher zu stabilisieren. Das macht sie zu wertvollen Werkzeugen – insbesondere bei Gebäudebränden, Verkehrsunfällen oder nach Naturereignissen.
Im praktischen Teil der Ausbildung wurden Aufbau, Funktion und Anwendung dieser Systeme intensiv geübt. Die THW-Helfer vermittelten Schritt für Schritt, worauf es bei Materialauswahl, Zuschnitt, Verbindungstechniken und der sicheren Umsetzung vor Ort ankommt. Im Anschluss setzten gemischte Gruppen aus Feuerwehr und THW das Gelernte in die Praxis um.
Ziel war es nicht nur, das technische Vorgehen zu beherrschen, sondern auch ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich THW und Feuerwehr im Einsatz ergänzen können: Während die Feuerwehr primär Brandbekämpfung, Menschenrettung und Erstmaßnahmen übernimmt, bringt das THW seine Stärken im Bereich Konstruktion, Sicherung und technische Hilfeleistung ein.
Praxisnah, kameradschaftlich, nachhaltig
Neben dem technischen Aspekt steht bei der jährlichen Ausbildung vor allem der kameradschaftliche Austausch im Vordergrund. Die enge Kooperation beider Organisationen sorgt nicht nur für ein besseres Miteinander, sondern schafft auch Vertrauen – eine unverzichtbare Grundlage für erfolgreiche Einsätze. Das Übungsszenario wurde realitätsnah vorbereitet, so dass sich alle Teilnehmenden unter möglichst authentischen Bedingungen ausprobieren und verbessern konnten.
Gemeinsamer Abschluss mit gemütlichem Beisammensein
Nach getaner Arbeit ließen die Beteiligten den Abend bei einem gemeinsamen Essen im Hof des THW ausklingen. Bei Grillgut und Getränken blieb Zeit für den informellen Austausch, das gegenseitige Kennenlernen neuer Gesichter und den Rückblick auf die erfolgreiche Ausbildung.
Dass sich beide Organisationen auch im Alltag gut verstehen, war deutlich zu spüren – ein wichtiger Baustein für die Sicherheitsstruktur in der Stadt Weinsberg und ihren Teilorten.