Beschädigte Gebäude, ausgefallene Kommunikationswege, unterbrochene Verkehrsachsen und Probleme bei der Wasserversorgung: Mit der Übung GHBRescue2026 trainierte der Regionalstellenbereich Heilbronn mit bis zu 120 Einsatzkräften den Einsatz unter realitätsnahen Bedingungen in einer großflächigen und dynamischen Schadenlage. Ausgangspunkt war ein fiktiver militärischer Anschlag auf die kritische Infrastruktur, der weite Teile des Landkreises und angrenzender Gebiete gleichzeitig betraf. Da Feuerwehren und Sanitätsdienste bereits stark gebunden waren, lag ein Schwerpunkt der technischen Hilfeleistung auf den eingesetzten Kräften des THW, die im Rahmen der Amtshilfe dem Landratsamt unterstellt waren.
Komplexe Lage mit Folgen für mehrere kritische Bereiche
Das angenommene Szenario verlangte den Einsatzkräften von Beginn an ein hohes Maß an Koordination, Flexibilität und technischem Können ab. Betroffen waren gleichzeitig Teile der Telekommunikation, des Straßennetzes sowie der Trinkwasserversorgung. Verkehrswege galten stellenweise als blockiert oder nur eingeschränkt nutzbar, Transport- und Versorgungsachsen waren teilweise zerstört.
Zusätzlich waren mehrere Gebäude durch die angenommene Einwirkung beschädigt worden. In einigen Objekten wurden noch vermisste Personen vermutet. Die Verbindungsperson der Bundeswehr im zuständigen Führungsstab bewertete die Lage zwar als nicht weiter eskalierend, dennoch blieb der Handlungsdruck für alle eingesetzten Kräfte hoch. Ziel der Übung war es, unter diesen Rahmenbedingungen die technische Hilfe in mehreren Einsatzschwerpunkten parallel sicherzustellen.
Breites Einsatzspektrum in drei Einsatzabschnitten
Für die Abarbeitung der umfangreichen Schadenlage wurde die Übung in drei Einsatzabschnitte gegliedert. Dort arbeiteten die eingesetzten Einheiten parallel an unterschiedlichen Schwerpunkten, die sich aus dem angenommenen Schadensbild ergaben. Dazu gehörten unter anderem Wandabstützungen an beschädigten Bauwerken, die Beräumung blockierter Wege, der Wegebau zur Wiederherstellung eingeschränkter Zufahrten sowie die Suche und Rettung vermisster Personen aus Trümmern und Fahrzeugen.
Innerhalb der einzelnen Einsatzabschnitte wurde eine redundante kabelgebundene Kommunikation aufgebaut, während die Meldungsübermittlung an die Führungsebene per Funk erfolgte. Unterstützt wurde die Lagebearbeitung zudem durch die Erkundung aus der Luft, die der Einsatzleitung zusätzliche Erkenntnisse zu Schadensräumen, Verkehrswegen und weiteren Maßnahmen lieferte.
Auch die Versorgung und Logistik waren Teil des Übungsgeschehens. Dazu gehörten der Aufbau von Verpflegungsstellen, die Wasserentnahme und der Wassertransport sowie die Bereitstellung und Erhaltung von Material und Verbrauchsgütern. Damit bildete die Übung nicht nur einzelne technische Aufgaben ab, sondern auch das Zusammenspiel von Rettung, Infrastruktur, Führung und Versorgung in einer länger andauernden Schadenlage.
Zahlreiche Fachgruppen arbeiten eng zusammen
An der Übung beteiligt waren drei Zugtrupps, fünf Bergungsgruppen, zwei Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung, die Fachgruppe Kommunikation, die Fachgruppe Logistik-Materialwirtschaft, die Fachgruppen Räumen Typ A, B und C, die Fachgruppe Schwere Bergung sowie der Trupp Unbemannte Luftfahrtsysteme.
Die Zusammenarbeit dieser spezialisierten Einheiten ermöglichte eine parallele Bearbeitung mehrerer komplexer Schadenslagen. Während Bergungsgruppen und Fachgruppen Schwere Bergung an der Rettung und Sicherung beschädigter Bereiche arbeiteten, unterstützten die Räumkomponenten bei der Beseitigung von Hindernissen und beim Wiederherstellen von Wegen. Die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung stellten grundlegende Infrastruktur sicher, während Kommunikationseinheiten die Verbindung zwischen den Abschnitten aufrechterhielten. Ergänzt wurde das Lagebild durch die Luftaufklärung, die wichtige Erkenntnisse für die Einsatzleitung lieferte.
Ortsverbände aus zwei Regionalbereich im Einsatz
An der Übung beteiligten sich zahlreiche Ortsverbände aus dem Regionalbereich Heilbronn: Weinsberg, Heilbronn, Widdern, Wertheim, Pfedelbach, Künzelsau, Crailsheim und Schwäbisch Hall.
Aufgrund eines kurzfristigen Ausfalls unterstützte zusätzlich der Ortsverband Leonberg aus dem Regionalbereich Stuttgart und übernahm Aufgaben innerhalb der Übungsstruktur. Diese überregionale Zusammenarbeit zeigte die Flexibilität und Einsatzbereitschaft der Kräfte auch über Regionalbereiche hinweg.
Zusammenarbeit, Führung und Durchhaltefähigkeit im Fokus
Neben der technischen Abarbeitung einzelner Aufgaben stand vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten im Mittelpunkt. Die Übung verdeutlichte, wie entscheidend klare Führungsstrukturen, abgestimmte Abläufe und funktionierende Logistik in langanhaltenden Einsatzlagen sind.
Besondere Bedeutung kam dabei der Fähigkeit zu, auch unter eingeschränkten Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Wenn Verkehrswege nur teilweise nutzbar sind, Kommunikationsmittel ausfallen und Kräfte über mehrere Schadensräume verteilt arbeiten, entscheidet die Qualität der Führung und Zusammenarbeit über den Einsatzerfolg.
Begleitet wurde die Übung außerdem von Gästen aus Bundeswehr, Polizei, THW, Feuerwehr und Zoll. Für die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Organisationen bot GHBRescue2026 die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild von den Fähigkeiten, Einsatzmöglichkeiten und dem Zusammenspiel der THW-Einheiten in einer komplexen Schadenslage zu machen.
Realitätsnahe Vorbereitung auf außergewöhnliche Einsatzlagen
Mit GHBRescue2026 wurde eine Lage dargestellt, die Einsatzkräfte gleichzeitig technisch, organisatorisch und logistisch forderte. Solche Übungsszenarien schaffen die Grundlage dafür, auch in außergewöhnlichen Schadenslagen schnell, strukturiert und wirksam handeln zu können.
Die Übung machte deutlich, wie vielseitig die Fähigkeiten der eingesetzten Einheiten sind und wie wichtig regelmäßiges gemeinsames Üben über Fachgruppen und Einsatzabschnitte hinweg bleibt.
Dank an alle Unterstützenden
Der Regionalbereich Heilbronn bedankt sich bei allen eingesetzten Kräften, bei den Planerinnen und Planern sowie bei allen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, die zum Gelingen von GHBRescue2026 beigetragen haben.
Ein besonderer Dank gilt den Mimen, die die Verletzten realistisch dargestellt und damit praxisnahe Bedingungen für die Personensuche und Personenrettung geschaffen haben. Ebenso gilt der Dank allen Beobachterinnen und Beobachtern aus anderen Ortsverbänden und benachbarten Regionalbereichen, deren konstruktives Feedback wichtige Impulse für die Nachbereitung der Übung liefert.
Für die Bereitstellung des Übungsgeländes sowie die Unterstützung bei der Vor- und Nachbereitung bedankt sich der Regionalbereich Heilbronn ausdrücklich bei der bmk Steinbruchbetriebe GmbH & Co. KG.
Ausblick
Die Erkenntnisse aus GHBRescue2026 werden in die weitere Planung und Auswertung einfließen. Solche Übungen sind ein wichtiger Baustein, um die Zusammenarbeit der Einheiten weiter zu stärken und die Einsatzkräfte auf komplexe Schadenslagen vorzubereiten.