Beeindruckende Zahlen und vielseitige Einsätze
Die Zahlen des vergangenen Jahres sprechen für sich: Mit 199 Diensttagen und einer Vielzahl an Einsätzen hat sich der Ortsverband erneut als unverzichtbare Stütze in der Gefahrenabwehr bewiesen. Besonders gefragt waren die Weinsberger THW-Kräfte bei Hochwasserlagen, wo sie durch Deichbau in Neckarsulm und Sandsacktransporte einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung leisteten. Auch bei der Sperrung der A6, der Freibadbeleuchtung sowie der Unterstützung der Polizei wurden sie eingesetzt. "Unsere Helferinnen und Helfer haben 2024 gezeigt, dass sie jederzeit bereit sind, ihre Zeit und Kraft für das Gemeinwohl einzusetzen", betonte Ortsbeauftragte Verena Knapp.
Zugführer Jonas Koch unterstrich die Vielseitigkeit der Einsätze: "Egal, ob wir Straßen sperren, Hochwasserschutz betreiben oder Notbeleuchtung aufbauen – wir wissen, dass wir als THW immer zur Stelle sind, wenn wir gebraucht werden. Das geht nur, weil wir als Team funktionieren und uns aufeinander verlassen können."
Fortbildung und Zusammenarbeit als zentrale Pfeiler
Neben den Einsätzen stand auch die kontinuierliche Weiterbildung im Fokus. In zahlreichen Lehrgängen und Ausbildungsdiensten wurden die Fähigkeiten der Ehrenamtlichen weiter vertieft. Die Fachgruppe Ortung hat ihre Technik zur Personensuche mit Wärmebildkameras optimiert, während die Bergungsgruppe in der technischen Rettung und im Bewegen von Lasten trainierte. Die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung testete verschiedene Beleuchtungssysteme für den effektiven Einsatz bei Dunkelheit.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Gemeinsame Übungen mit der Feuerwehr Weinsberg, der Rettungshundestaffel und dem DRK Weinsberg stärkten die Einsatzbereitschaft und ermöglichten wertvolle Synergieeffekte. Verena Knapp betonte die Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit: „Wie Kreisbrandmeister Bernd Halter einmal sagte: 'In Kreisen Köpfe kennen' – es macht Sinn, im Vorfeld zu üben, damit man sich im Einsatzfall kennt und gemeinsam Leistung zeigt.“ Auch Jonas Koch betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: "Ein starkes Netzwerk aus Hilfsorganisationen ist der Schlüssel zu effektiver Gefahrenabwehr. Bei jeder gemeinsamen Übung merken wir, wie wertvoll es ist, sich untereinander zu kennen und voneinander zu lernen."
Besondere Ehrungen für langjähriges Engagement
Ein Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen langjähriger THW-Helfer, die für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet wurden. Für 25 Jahre Dienst im THW wurde Fabian Thunert geehrt. Seit seinem Eintritt in die THW-Jugend im Jahr 1999 hat er sich stetig weiterentwickelt und viele verschiedene Positionen durchlaufen. Von der Bergungsgruppe bis hin zur Fachgruppe Notversorgung hat er seine Expertise kontinuierlich erweitert und teilt sein Wissen mit neuen Helfern. "Ich bin stolz darauf, seit so vielen Jahren Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Der Zusammenhalt hier ist einzigartig", so Thunert in seiner Dankesrede.
Mit dem THW-Einsatzzeichen für humanitäre Hilfe im Ausland wurden Volker Bähr und Markus Zipf ausgezeichnet. Beide unterstützten Hilfstransporte und humanitäre Einsätze außerhalb Deutschlands und trugen mit ihrem Engagement dazu bei, Menschen in Not zu helfen. "Einsätze im Ausland sind immer eine besondere Herausforderung, aber auch eine große Verantwortung. Es ist ein gutes Gefühl, helfen zu können – egal wo auf der Welt", sagte Volker Bähr nach der Ehrung.
Ehrenamtspreis der Stadt Weinsberg für Volker Bähr
Neben der THW-internen Ehrung wurde Volker Bähr auch mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Weinsberg ausgezeichnet. Bürgermeisterin Birgit Hannemann überreichte die Ehrung persönlich und betonte die Bedeutung des Ehrenamts mit den Worten: "Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Ehrenamt ist eine Arbeit, die unbezahlbar ist." Der Ehrenamtspreis wurde bereits im September verliehen, doch die Ehrung für Volker Bähr wurde an diesem Abend nachgeholt – eine Premiere in der Geschichte dieser Auszeichnung, denn zum ersten Mal wurde ein THW-Helfer mit diesem Preis geehrt.
Bähr ist seit genau 32 Jahren im THW aktiv. Als langjähriger Ortsbeauftragter prägte er die Entwicklung des Ortsverbands und ist bis heute in Einsätzen aktiv. Sein Engagement reicht weit über die Grenzen von Weinsberg hinaus. Er war unter anderem bei den Hochwassereinsätzen im Ahrtal und in der Ukraine aktiv. Darüber hinaus setzt er sich intensiv für die Jugendarbeit ein und fungiert als wichtige Verbindungsperson zu anderen Blaulichtorganisationen. Mit der Verleihung des Ehrenamtspreises würdigte die Stadt Weinsberg sein jahrzehntelanges Engagement für das THW und die Gesellschaft.
Blick nach vorn: Pläne für 2025
Mit dem Blick nach vorne stehen auch 2025 zahlreiche Herausforderungen an. Neben regelmäßigen Ausbildungsdiensten sind neue technische Anschaffungen geplant, um die Einsatzfähigkeit weiter zu verbessern. Zudem wird sich der Ortsverband erneut an Großübungen beteiligen.
Mit einem herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer, ihre Familien und Arbeitgeber endete die Versammlung. "Ohne dieses Engagement wäre unsere Arbeit nicht möglich. Lasst uns gemeinsam weitermachen – getreu dem Motto: Wir machen’s!", schloss Knapp den offiziellen Teil des Abends, bevor die Anwesenden den Abend bei einem gemeinsamen Essen ausklingen ließen.