Weinsberg,

Leiterhebel und Co.: Wenn jede Sekunde zählt

Im Katastrophenfall zählt jede Sekunde – und genau deshalb trainierte der THW Ortsverband Weinsberg gezielt zwei Rettungsmethoden, die in unwegsamem Gelände oder zerstörten Gebäuden schnelle Hilfe ermöglichen: den Leiterhebel und die schiefe Ebene. In einer intensiven Ausbildungseinheit wurden diese Techniken geschult, um im Ernstfall sicher und effizient agieren zu können.

Flexibel einsetzbare Leitern als Lebensretter

Ob nach Erdbeben, Explosionen oder anderen Großschadenslagen – oft sind reguläre Rettungswege versperrt oder nicht mehr vorhanden. Hier kommen der Leiterhebel und die schiefe Ebene ins Spiel. Beide Methoden ermöglichen es, Personen aus Höhen oder Trümmern zu retten, indem Leitern gezielt als Transporthilfe eingesetzt werden.

„Man denkt bei einer Leiter immer zuerst ans Hinaufsteigen, aber sie kann noch viel mehr. Mit dem richtigen Aufbau wird sie zu einem vielseitigen Rettungsgerät“, erklärt Robin Biber, THW-Helfer aus der Bergungsgruppe.

Beim Leiterhebel wird eine Schleifkorbtrage an einer aufgestellten Leiter befestigt. Die Leiter wird dann langsam mit Seilen abgesenkt, sodass die zu rettende Person kontrolliert nach unten gleitet. Besonders bei beschädigten Gebäuden oder unzugänglichen Bereichen kann diese Technik eine schnelle Evakuierung ermöglichen.
Die schiefe Ebene basiert auf einer Konstruktion aus mehreren Leiterteilen und Einsatzgerüstsystem-Bauteilen. „Diese Methode bietet eine stabile Gleitfläche für den sicheren Transport von Verletzten – ein großer Vorteil, wenn ein schonendes Vorgehen erforderlich ist“, so eine Helferin aus dem Ausbildungsteam. Doch dieses Mal wurde die Alternative ausprobiert: Stützen aus Holz.

Koordination und Teamwork entscheidend

Beide Rettungstechniken setzen eine exakte Abstimmung innerhalb des Teams voraus. „Jeder Handgriff muss sitzen. Im Einsatz bleibt keine Zeit für Experimente“, betont ein erfahrener Gruppenführer. Durch die praxisnahe Ausbildung lernen die Einsatzkräfte, in kritischen Situationen schnell und sicher zu handeln.

Zugführer Jonas Koch unterstreicht die Bedeutung dieser Ausbildungsinhalte: „Gerade in Katastrophenlagen müssen unsere Einsatzkräfte unter extremen Bedingungen arbeiten. Das bedeutet nicht nur körperliche, sondern auch mentale Herausforderungen. Wer in einer solchen Situation sicher retten will, muss diese Techniken im Schlaf beherrschen. Deshalb legen wir großen Wert auf regelmäßige praktische Übungen, die uns auf den Ernstfall vorbereiten.“

Der Ausbildungsabend hat gezeigt, dass mit einem eingespielten Team und den richtigen Techniken effektive Rettungswege geschaffen werden können. Das THW bleibt damit bestens auf Einsätze in schwierigem Gelände vorbereitet und stellt sicher, dass Hilfe auch dann ankommt, wenn normale Wege versperrt sind.
 


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