Obersulm,

Schwere Sturmlage: THW Weinsberg übt Rettungseinsatz nach Orkan

Erste große Zugübung des Jahres simuliert Sturmschäden und Menschenrettung

Ein schwerer Orkan zieht über den Landkreis Heilbronn hinweg. Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz und fordern das Technische Hilfswerk (THW) Weinsberg zur Unterstützung an. So begann das Szenario der ersten großen Zugübung im Jahr 2025, die am 28. Januar stattfand. Die Einsatzkräfte standen vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Umgestürzte Bäume blockierten Straßen, eine Person war unter einem Baum eingeklemmt.

Herausforderung: Eingeklemmte Person und versperrte Straßen

Die angenommene Lage stellte die THW-Helfer vor mehrere Herausforderungen. Eine Person war von einer starken Böe überrascht worden und unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt. Über das Mobiltelefon der betroffenen Person wurden GPS-Koordinaten übermittelt, wodurch der genaue Standort bestimmt werden konnte. Doch bevor die Bergung beginnen konnte, musste erst der Zugang zum Einsatzort geschaffen werden. Zahlreiche umgestürzte Bäume versperrten die Straße, sodass der Weg mit schwerem Gerät freigeräumt werden musste.

„Bei Sturmlagen ist die schnelle Beseitigung von Hindernissen entscheidend, um Rettungskräfte zu den Betroffenen zu bringen“, erklärt Jonas Koch, Zugführer des THW Weinsberg, der die Übung geplant und vorbereitet hat. „Mit dieser Übung wollten wir die Abläufe für solche Einsatzlagen verbessern, denn im Ernstfall kommt es darauf an, dass alle Handgriffe sitzen.“

Sobald die Straße passierbar war, rückten die Einsatzkräfte weiter vor und begannen mit der Rettung der eingeklemmten Person. Der Baum musste vorsichtig angehoben und gesichert werden, bevor die Bergung durchgeführt werden konnte.

Zusammenarbeit der THW-Einheiten

Um das Einsatzszenario realistisch abzuarbeiten, waren der Zugtrupp, die Bergungsgruppe sowie die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung gefordert. Während der Zugtrupp die Lage koordinierte und die Verbindung zu den anderen Hilfskräften hielt, kümmerte sich die Bergungsgruppe um das Freiräumen der Straßen und die technische Rettung der verletzten Person. Die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung unterstützte sowohl personell als auch mit zusätzlichem Material und trug zur Absicherung der Einsatzstelle bei.

Während der Übung übernahm Fabian Thunert die Rolle des Zugführers und leitete die Einsatzkräfte. „Das Zusammenspiel der Gruppen war hervorragend“, betont er. „Es hat sich gezeigt, dass wir flexibel auf Herausforderungen reagieren und effizient arbeiten können. Gerade bei Sturmereignissen ist es wichtig, dass die Abläufe schnell und präzise funktionieren – das konnten wir heute realitätsnah üben.“

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz

Ein erfolgreicher Einsatz endet nicht mit der Rettung der betroffenen Person. Auch nach Abschluss der Übung wartete noch Arbeit auf die Helferinnen und Helfer. Fahrzeuge und Geräte mussten gereinigt, auf Schäden überprüft und wieder einsatzbereit gemacht werden. Die Kettensägen, die während der Übung genutzt wurden, benötigten eine gründliche Wartung. Verbrauchtes Material wurde aufgefüllt, damit im nächsten Einsatz sofort alles griffbereit ist.

„Die Fahrzeug- und Materialpflege ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit“, erklärt Jonas Koch. „Ohne funktionierende Technik sind wir im Ernstfall nicht einsatzfähig. Deshalb gehört die Nachbereitung genauso dazu wie die Übung selbst.“

Wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall

Solche groß angelegten Übungen sind unverzichtbar, um die Zusammenarbeit innerhalb der einzelnen Gruppen zu stärken und den reibungslosen Ablauf im Einsatzfall zu gewährleisten. Durch die realitätsnahe Simulation konnten Abläufe überprüft, Kommunikationswege optimiert und die Handhabung von technischem Gerät unter “widrigen” Bedingungen trainiert werden.

„Jede Übung bringt uns weiter“, fasst Jonas Koch zusammen. „Gerade komplexe Szenarien wie Sturmschäden erfordern ein hohes Maß an Koordination und Zusammenarbeit. Wir nehmen aus dieser Übung wichtige Erkenntnisse mit, um für kommende Einsätze noch besser vorbereitet zu sein.“


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