Der gesamte Technische Zug war eingebunden. Der Zugtrupp übernahm die Führung und Aufgabenverteilung, koordinierte die Abläufe und sorgte für einen realistischen Übungsrahmen.
„Bei einer Lage wie Hochwasser müssen viele Räder ineinandergreifen – wir brauchen schnelle Entscheidungen, klare Kommunikation und eingespielte Abläufe“, betont Zugführer Jonas Koch. „Die Ausbildung soll genau das fördern – damit wir im Einsatzfall effizient helfen können.“
Transportfähigkeit als Basis jeder Logistik
Ein Schwerpunkt der Ausbildung war die Sicherstellung der Transportfähigkeit – also die Fähigkeit, Material und Einsatzkräfte sicher und vorschriftsmäßig zu transportieren. Dazu gehören korrekte Ladungssicherung, technische Vorbereitung der Fahrzeuge sowie der sichere Umgang mit der Transportausstattung.
Verlastet wurden unter anderem Sandsäcke, IBC-Behälter und Paletten auf dem Anhänger der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung, um im Ernstfall schnell Material an gefährdete Orte bringen zu können. Auch der Transport von Gefahrgut, beispielhaft in Form von Kraftstoff in Kleingebinden, wurde geübt.
„Gerade bei Hochwassereinsätzen sind unsere Logistikketten entscheidend. Nur wenn das Material sicher ankommt, können wir helfen – deshalb legen wir in der Ausbildung großen Wert auf diese Grundlagen“, so Jonas Koch.
Mobiles Warnsystem – Laut und klar im Einsatz
Ein weiteres zentrales Thema war die Warnung der Bevölkerung. Im Übungsszenario kam eine mobile Warnanlage zum Einsatz, die sowohl akustische Signaltöne als auch Durchsagen übertragen kann. Die Anlage wurde auf einem Fahrzeug montiert und ist mobil einsetzbar – ideal für Einsatzlagen, in denen stationäre Warnsysteme nicht ausreichen oder ausgefallen sind.
Im Ernstfall kann damit etwa ein Straßenzug oder ein Wohngebiet schnell vor einer Gefahrensituation gewarnt werden – zum Beispiel bei einem Dammbruch, plötzlichem Wasseranstieg oder der Gefahr durch verunreinigtes Wasser. Die Einsatzkräfte übten das Aufstellen, Ausrichten und die Inbetriebnahme der Anlage, inklusive Probe-Durchsagen.
„Warnung ist ein elementarer Teil des Bevölkerungsschutzes“, erklärt Jonas Koch. „Unsere mobile Einheit erlaubt es uns, flexibel auf Lageveränderungen zu reagieren und Menschen rechtzeitig zu informieren. Das kann Leben retten.“
Hochwasserschutz: Vorbereitung ist entscheidend
Insgesamt drehte sich die Ausbildung um die vielfältigen Aufgaben des THW im Bereich Hochwasserschutz. Die Einsatzkräfte trainierten sowohl logistische als auch technische Abläufe, von der Vorbereitung des Materials über den Transport bis hin zum möglichen Einsatz vor Ort. Dabei wurde auch die Flexibilität der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung deutlich, die mit ihrer Ausstattung vielseitig einsetzbar ist – vom Transport über das Beleuchten betroffener Bereiche bis hin zur Einrichtung temporärer Infrastruktur.
„Wir hoffen, dass solche Lagen nie eintreten – aber wir müssen vorbereitet sein. Genau dafür sind diese Ausbildungen da“, fasst Jonas Koch zusammen.